Rüdiger Kollar - Ehrenmitglied des Astroclub Radebeul e.V.


Portrait Rüdiger Kollars an "seinem" Planetendenkmal auf der Brühlschen Terrasse in Dresden

Rüdiger Kollar wurde am 16. Juni 1925 in Aussig geboren. Dort erhielt er seine schulische Ausbildung und legte 1943 das Abitur ab. Nach der Einberufung und der Rückkehr aus dem Krieg wanderte die Familie 1945 nach Dresden aus.

In Radebeul wurde Rüdiger Kollar Neulehrer, er unterrichtete an der Wahnsdorfer Roseggerschule sowie der Niederlößnitzer Schule Erdkunde, Geschichte und Mathematik. Bei einem Zusatz-Fernstudium in Geschichte, Astronomie, Geografie und Mathematik entdeckte er seine Liebe zur Himmelskunde.

Mit Freunden und Mitstreitern eines Volkshochschul-Lehrgangs wird eine Kulturbund-Fachgruppe Astronomie gegründet. Das Ziel ist der Auf- und Ausbau einer Volkssternwarte in Radebeul.

Rüdiger Kollar blieb bei seiner Liebe zur Astronomie Lehrer, legte das externe Staatsexamen in Astronomie ab und wurde Leiter der Radebeuler Volkssternwarte. Seinem unermüdlichen Einsatz verdankt die Sternwarte maßgeblich ihre heutige Bedeutung.

Rüdiger Kollar war Kreistagskandidat des Deutschen Kulturbundes, nach der Wahl wurde er Mitglied der ständigen Kommission Kultur.

Im Jahr 1976 wird Rüdiger Kollar zum Oberlehrer ernannt, später wird er Studienrat.

Im Jahre 1989 endet die Tätigkeit als Sternwartenleiter, Rüdiger Kollar wird pensioniert und zieht mit seiner Frau nach Dresden.

Seit 1992 ist Rüdiger Kollar Ehrenmitglied des Astroclub Radebeul e.V.


Rüdiger Kollar über sich:

Erst die Nähe, dann die Ferne! Erst die Heimat, dann die Sterne!
Als ich am 16. Juni 1925 in Aussig an der Elbe das Licht der Welt erblickte, konnte ich vieles nicht ahnen. Auch habe ich davon in fünf Jahren Volksschule, vier Jahren Gymnasium, drei Jahren Handelsakademie nichts gelernt. Dann begann das eigentliche Leben mit all seiner Härte. 1943 bis 1945 war ich im Kriege. Am 19. Juni 1945 war DIE ZÄSUR meines Lebens. Ich mußte von meiner unvergeßlichen Heimat Abschied nehmen, wurde vertrieben. Am 20. Juni 1945 fand ich zusammen mit meinen Eltern und meinem Bruder in Radebeul Zuflucht. Im gleichen Jahre wurde ich ebenda Lehrer, an der Roseggerschule, in Wahnsdorf und Niederlößnitz. Um dem zunehmenden politischen Druck zu entgehen, zog ich mich auf die Ebenberge zurück, wurde ich "Sterngucker", fand sozusagen den "Himmel auf Erden". Zwischen meinem 29. und 64. Lebensjahre widmete ich DIE ENERGIE meines Lebens der Volkssternwarte "Adolph Diesterweg", die sich von einer Holzbude (1959) über eine Baracke (1961) zu dem heutigen Gebäudekomplex (1969) entwickelte. 1953 habe ich geheiratet. Meine liebe Gattin schenkte mir drei Kinder, Cornelia (1954), Alexander (1958), Katharina (1963). Inzwischen sind uns insgesamt sieben Enkelkinder beschieden worden.
Auch konnte ich in den Tagen der Wende inmitten Dresdens, auf der Brühlschen Terrasse, eine Denkmalsanlage zu den sieben nach Planeten benannten Bastionen konzipieren. Was ich auch nicht bei meiner Geburt wissen konnte, war die Tatsache, viererlei Staatsbürgerschaften bis heute zu erwerben. So hat sich gar manches in meinem Leben geändert. ARD= Aussig+Radebeul+Dresden! Geblieben ist mir aber Gottes Segen, wofür ich allzeit dankbar war, bin und bleibe, geblieben ist mir die Treue zu meiner Heimat. Geb's Gott, daß mir noch etliche Jährchen beschieden sein mögen. Und das bei einigermaßen Gesundheit. Und das bei meinem lebenslangen Motto "FREUDE AM GANZEN!".
Am 16. Juni 1995 in Dresden

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