Astroclub Radebeul e.V. und Sternwarte Radebeul erhalten wissenschaftliches Großteleskop der TU-Dresden

Trotz Exzellenzmillionen wurde nach nur 10 Jahren die neue Sternwarte der TU-Dresden am Standort „Triebenberg“, diesen Sommer überraschend geschlossen. Dort befand sich ein wissenschaftliches 0,6 Meter Spiegelteleskop auf einer schweren, parallaktischen Gabelmontierung. Damit konnten u.a. erdnahe Asteroiden und ferne Exoplaneten genauer erforscht werden. Die Anstrengungen, von Astronomievereinen aus der Umgebung, dieses Teleskop irgendwie zu retten und weiter in der Region zu erhalten, liefen leider ins Leere, denn von Seiten der TU-Dresden wurde kurzerhand beschlossen das Teleskop meistbietend zu versteigern.


Als eher kleiner Astronomieverein war uns eine Beteiligung an einer solchen Versteigerung in relevanten Höhen aber ad hoc nicht möglich. Doch an dieser Stelle gab es zum Glück das Unterstützungsangebot eines Vereinsmitglieds, seinerseits zu versuchen, das Teleskop mit privaten finanziellen Mitteln für die Radebeuler Sternwarte und den Astroclub Radebeul e.V. zu ersteigern. So konnte ein höherer Betrag geboten werden, als es uns als Verein möglich gewesen wäre. Da das Gebot in seiner Höhe jedoch immer noch weit unter dem Wert des Gerätes lag, hatten wir nicht mit dem Zuschlag gerechnet. Doch Mitte September erhielten wir überraschend die Informationen über den erfolgreichen Erwerb des Gerätes.
Damit hatten wir plötzlich nicht nur ein neues, einzigartiges Teleskop, sondern auch große Verantwortung für dessen Zukunft. Da die Schließung des Standortes am Triebenberg unmittelbar bevorstand, musste das 1,5 Tonnen schwere Teleskop zeitnah demontiert und abtransportiert werden. Dank der Unterstützung vieler Sternfreunde aus dem Astroclub und auch darüber hinaus, sowie vom Institut für Planetare Geodäsie, konnte diese Aufgabe vor wenigen Tagen erfolgreich bewältigt werden. Mit Hilfe eines Autokrans wurde das zuvor in größere Einzelteile zerlegte Teleskop aus seiner Schutzhütte gehoben und zur Zwischenlagerung abtransportiert.

Nun steht uns aber die größte Aufgabe bevor – die Wiederaufstellung des Gerätes an der Sternwarte Radebeul. Ziel ist dabei, das Teleskop wieder vollständig nutzbar zu machen damit es seinen eigentlichen Zweck, die fotografische Erforschung des Weltalls, wieder erfüllen kann und das nicht nur für die Sterngucker vom Astroclub. Schon heute unterstützen Verein und Sternwarte regelmäßig Schüler und Studenten bei astronomischen Beobachtungsprojekten, was mit dem neuen Teleskop zukünftig deutlich besser möglich sein wird und auch ausgebaut werden kann. Dafür soll nächstes Jahr mit finanzieller Unterstützung der Stadt und in enger Zusammenarbeit zwischen Sternwarte und Verein ein neuer Schutzbau für das Teleskop errichtet werden. Dort soll dann das Teleskop ein neues Zuhause finden und allen Interessierten die Faszination des Sternenhimmels näher bringen. So könnte pünktlich und passend zum 60 jährigen Bestehen der Sternwarte im Jahr 2019 das neue 60cm Teleskop seinen Betrieb aufnehmen.

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Martin Fiedler, 1. Vorsitzender Astroclub Radebeul e.V.