Teleskope an der Sternwarte Radebeul

24 Zoll Spiegelteleskop der Sternwarte Radebeul

24 Zoll Spiegelteleskop

Kuppelteleskop Zeiss Coudé Refraktor der Sternwarte Radebeul

17-Zoll Remote-Teleskop

Maskutov Newton Teleskop der Sternwarte Radebeul

14-Zoll Maksutov-Newton-Teleskop

10-Zoll-Planeten-Dobson

10-Zoll Planeten-Dobson-Teleskop

8-Zoll-Dobson-Teleskop

8-Zoll Dobson-Spiegelteleskop

Kuppelteleskop Zeiss Coudé Refraktor der Sternwarte Radebeul

 16 cm Zeiss-Coudé-Refraktor

Unistellar-Odyssey-Pro

Smartteleskope / Digitalteleskope

Sonnenteleskope der Sternwarte Radebeul

Mobile Beobachtungstechnik

Sonnenteleskope der Sternwarte Radebeul

Sonnenbeobachtung

astronomisches Nachtsichtgerät

Astronomisches Nachtsichtgerät

Spektrohelioskop der Sternwarte Radebeul

Spektrohelioskop

Radioteleskop der Sternwarte Radebeul

Radioteleskop

Großes 24 Zoll Spiegelteleskop des Astroclub Radebeul e.V.

Mitglied des Astroclub Radebeul e. V. bei der Sternbeobachtung am 24 Zoll Spiegelteleskop der Sternwarte Radebeul

Seit 2015 steht dem Astroclub Radebeul e.V. und seinen Besuchern das größte mobile und vor allem regelmäßig öffentlich nutzbare Spiegelteleskop Sachsens zur Verfügung.

Im Gegensatz zu ähnlichen Teleskopen, wurde dieses Gerät von Anfang an mit dem Schwerpunkt der einfachen Bedienbarkeit im Besucherbetrieb konzipiert und ist somit von all unseren Gästen problemlos zu benutzen. Dafür wurde der Einblick des Newton Systems so nah wie möglich über dem Boden gehalten, so dass ein Teleskopbenutzer keine hohe Leiter erklimmen muss um hindurchzuschauen. Zudem ist das Gerät vollständig computergesteuert und führt die Himmelsobjekte entsprechend der Erddrehung exakt nach, was durch einen ungeübten Beobachter sonst nicht so leicht möglich ist. Dadurch ergibt sich für unsere Besucher ein in der Region einmaliger ungetrübter Beobachtungsgenuss in die unendlichen Weiten des Universums.

Für dieses Teleskop stehen Vergrößerungen von 57fach bis 760fach zur Verfügung, zudem können spezielle Gasnebel durch den Einsatz von Schmalbandfiltern besser sichtbar gemacht werden. Das Teleskop ist für die rein visuell Beobachtung ausgelegt, dennoch können hellere Objekte via afokaler Fotografie z.B. mit einem geeigneten Smartphone, auch aufgenommen werden. Hauptbeobachtungsziele des großen Teleskops sind vor allem die schwächer leuchtenden Deep Sky Objekte wie Kugelsternhaufen, Planetarische Gasnebel oder Galaxien.

Der Astroclub Radebeul e.V. bedankt sich bei der Sparkasse Meißen, dem Lions Club Radebeul und dem Rotary Club Radebeul für die finanzielle Unterstützung bei der Anschaffung dieses Teleskopes.

Wichtige Zahlen und Daten:

Spiegelöffnung:             24 Zoll bzw. 0,6 Meter
Brennweite:                   2 Meter
Öffnungsverhältnis:      f/3.3
Computersteuerung:    ArgoNavis
Teleskopmaterial:        Holz, Aluminium, Carbon
Hersteller:                     THE DOSBSON FACTORY
Baujahr:                         2014

Grosses 24 Zoll Spiegelteleskop der Sternwarte Radebeul mit Sternspuren am Himmel durch Langzeitbelichtung des Fotos
Mitglied des Astroclub Radebeul e. V. bei der Sternbeobachtung am 24 Zoll Spiegelteleskop der Sternwarte Radebeul
Grosses 24 Zoll Spiegelteleskop der Sternwarte Radebeul auf der Beobachtungsterrasse

17-Zoll Remote-Spiegelteleskop des Astroclub Radebeul e.V.

Seit 2023 steht dem Astroclub Radebeul e.V. ein neues großes fotografisches Spiegelteleskop zur Verfügung das „Remote“, also ferngesteuert betrieben werden kann. Es ermöglicht einen dem menschlichen Auge weit überlegenen Blick auf die Wunder des Universums und kann neben langbelichteten Aufnahmen in verschiedenen Spektralbereichen auch viele Deep-Sky Objekte live an der Sternwarte oder weltweit via Livestream zeigen. Zudem ermöglich eine neue Präzisionsmontierung auch die Verfolgung sich schnell bewegender Objekte wie zum Beispiel der ISS oder anderen Satelliten. Ein modernes Webinterface vereinfacht zudem die bislang komplizierte Nutzung solcher Technik, so dass die Zugänglichkeit z.B. auch für Schüler deutlich vereinfacht wird.

Das Teleskop zeichnet durch eine exzellente optische Güte sowie mechanische und thermische Stabilität aus, welche alle bisherigen Geräte des Vereins im großem Maße übertrifft. Dafür kommen hochwertige Materialien wie spezielles Quarzglas für die Optik und Kohlefaser für die Trägerstruktur zum Einsatz.Optisch basiert es auf einem so genannten Cassegrain-Teleskop, bei welchem der Einblick von hinten durch eine Öffnung im Hauptspiegel erfolgt. Eine Abwandlung davon haben Ende der 20er Jahre Horace Dall und Allan Kirkham entworfen. Diese besitzt einen elliptisch geformten Haupt- sowie einen sphärischen Fangspiegel. Zur Korrektur von Bildfehlern außerhalb der Hauptachse ist zusätzlich noch eine spezielle Linsengruppe installiert. Daher lautet der vollständige Name „Korrigiertes Dall-Kirkham-Cassegrain-Teleskop“ oder kurz auch „CDK“. Das Teleskop liefert so ein 70mm großes Bildfeld ohne Bildfeldwölbung, Koma oder Astigmatismus. Dies ist von großer Bedeutung für die Astrofotografie mit modernen Digitalkameras, welche im Vergleich zu früher einen großen Vollformatchip besitzen und somit eine perfekt korrigierte Optik benötigen.

Wichtige Zahlen und Daten:

Teleskoptyp:             Dall-Kirkham-Reflektor
Öffnung:                   
432 mm (17 Zoll)
Brennweite:             
2939 mm
Öffnungsverhältnis: 
1:6,8
Baujahr:                   
2023
Hersteller:               
PlaneWave Instruments
Gesamtgewicht:       
ca. 48 kg
Montierung:             
10Micron GM3000 HPS
Hauptkamera:           
QHY600Pro-Fiber

Das CDK17-Teleskop des Astroclub Radebeul e.V.
10micron-Montierung-des-Astroclub-Radebeul

Montierung

Die 10Micron GM3000 HPS ist die modernste und leistungsfähigste Montierung des Astroclubs. Sie kann bis zu 100 kg tragen und dabe mit hoher Präzision Himmelsobjekte anfahren. Außerdem ist es möglich sich schnell bewegende Objekte (z.B. die Internationale Raumstation) zu verfolgen. Dabei erfolgt die Steuerung in der Regel über einen Computer, kann aber auch direkt über eine Handsteuerbox erfolgen.

Die Kamera

Zum Teleskop wurde ebenfalls eine hochempfindliche, astronomische Kamera installiert. Die „QHY600Pro“ besitzt einen 61 Megapixel großen Vollformatchip. Die 16 Bit Farbtiefe ermöglichen eindrucksvolle  Bilder mit sehr hohem Dynamikumfang. Die elektrische Kühlung sorgt dabei für ein sehr geringes Bildrauschen. Für die Datenübertragung steht eine doppelte Glasfaserleitung zur Verfügung. Durch spezielle Farb- und Linienfilter können langzeitbelichtete Aufnahmen in verschiedenen Spektralbereichen erfolgen.

 

Grosses 24 Zoll Spiegelteleskop der Sternwarte Radebeul auf der Beobachtungsterrasse

Beobachtungsobjekte

Obwohl der „CDK17“ auch zur visuellen Himmelsbeobachtung sehr gut geeignet ist, so wurde das Instrument jedoch vorrangig für die Astrofotografie vorgesehen. Das gut oben beschriebene abgestimmte Gesamtpaket aus großem Hauptspiegel, optimaler Bildkorrektur, präziser Montierung sowie der hochempfindlichen Kamera prädestinieren das Dall-Kirkham-Teleskop für hochwertige Aufnahmen schwacher Objekte wie Nebel, Galaxien und Sternhaufen.

Hier sehen Sie eine kleine Auswahl von Bildern, die mit dem Teleskop bereits angefertigt wurden. Die aktuellsten Bilder vom „CDK17“ finden Sie HIER in der Fotogalerie des Astroclub Radebeul e.V.

Fotos die mit dem Dall-Kirkham-Teleskop aufgenommen wurden

Bubblenebel
Orionnebel
Hantelnebel
Galaxie M101
Zauberernebel

Die Anschaffung dieses einmaligen Teleskops, der hochempfindlichen Kamera sowie der notwendigen Infrastruktur wurde durch eine Förderung im Rahmen des Projekts „NEUSTART KULTUR“ der Bundesregierung realisiert. Wir danken aufrichtig der BUNDESBEAUTRAGTEN FÜR KULTUR UND MEDIEN als Fördermittelstelle sowie dem DVA (Deutscher Verband für Archäologie) e.V. als Koordinator und Ansprechpartner für die Fördermittelempfänger im Projekt „NEUSTART KULTUR“.

Bei der Anschaffung der neuen, hochpräzisen Montierung, welche das Teleskop trägt, ausrichtet und nachführt, wurden wir maßgeblich von der SPARKASSE MEISSEN unterstützt.

Maksutov Newton Teleskop des Astroclub Radebeul e.V.

Detailansicht des Maksutov Newton Teleskop der Sternwarte Radebeul

Seit Sommer 2004 steht dem Astroclub Radebeul e.V. ein neues großes Spiegelteleskop zur Verfügung. Es ist ein Maksutov Newton Teleskop mit 356 mm Spiegeldurchmesser und 1600 mm Brennweite. Es ist durch seine hohe Lichtsammelleistung in der Lage weiter entferntere Objekte zu beobachten als das bisher möglich war und erreicht bei der Mond- und Planetenbeobachtung eine höhere Vergrößerung. So können z.B. das Ringsystem des Saturns, die Wolkenwirbel auf Jupiter oder die Polkappen des Mars scharf und detailreich beobachtet werden. Ebenso sind Sternhaufen, Galaxien und Gasnebel gut sichtbar. Durch seine äußerst stabile und computergesteuerte Montierung ist dieses Teleskop ebenfalls sehr gut für die Astrofotografie geeignet. Viele unserer astornomischen Aufnahmen in unserer Bildergalerie wurden an dem Teleskop angefertigt. Mit dem „MakNewton“ wurden außerdem auch die Radebeuler Kleinplaneten entdeckt.

 

Wichtige Zahlen und Daten:

Teleskoptyp:                Reflektor
Öffnung:                       356 mm
Brennweite:                 1601mm
Öffnungsverhältnis:     1:4,5
Montierung:                 AstroPhysics 1200 (Parallaktisch + GoTo)
Baujahr:                       2004
Hersteller:                   Intes Micro/APM
Beobachtungsobjekte: Sonne, Mond, Planeten, Galaxien, Kometen, Sternhaufen, Gasnebel

Maksutov Newton Teleskop der Sternwarte Radebeul mit Sternenspuren am Nachthimmel
Beobachtungsraum mit Maksutov Newton Teleskop der Sternwarte Radebeul
Maksutov Newton Teleskop der Sternwarte Radebeul

Fotos die mit dem Maksutov Newton Teleskop aufgenommen wurden

Mit dem Maksutov Teleskop aufgenommenes Foto vom Orionnebel
Mit dem Maksutov Teleskop aufgenommenes Foto vom Orionnebel
Mit dem Maksutov Teleskop aufgenommenes Foto vom Kugelsternhaufen M3
Mit dem Maksutov Teleskop aufgenommenes Foto vom Kugelsternhaufen M3
Mit dem Maksutov Teleskop aufgenommenes Foto vom Kugelsternhaufen M13
Mit dem Maksutov Teleskop aufgenommenes Foto vom Kugelsternhaufen M13
Mit dem Maksutov Teleskop aufgenommenes Foto vom LBN645
Mit dem Maksutov Teleskop aufgenommenes Foto vom LBN645
Mit dem Maksutov Teleskop aufgenommenes Foto vom M42
Mit dem Maksutov Teleskop aufgenommenes Foto vom M42
Mit dem Maksutov Teleskop aufgenommenes Foto vom M42 mit stärkerer Vergrößerung
Mit dem Maksutov Teleskop aufgenommenes Foto vom M42 mit stärkerer Vergrößerung
Mit dem Maksutov Teleskop aufgenommenes Foto vom M81 LRGB2009
Mit dem Maksutov Teleskop aufgenommenes Foto vom M81 LRGB2009
Mit dem Maksutov Teleskop aufgenommenes Foto vom Vollmond
Mit dem Maksutov Teleskop aufgenommenes Foto vom Vollmond

10-Zoll Dobson-Spiegelteleskop des Astroclub Radebeul e.V.

10ZollDobson

Das 10“-Spiegelteleskop des Astroclub Radebeul e.V. ist eine komplette Eigenkonstruktion von versierten Vereinsmitgliedern. Die besondere Bauart in einer Art Holzbox aus extrem stabilen Birke-Multiplex anstatt eines Stativs bzw. Säule ist nach dem amerikanischen Amateurastronom John Dobson benannt. Die ausgewählte Optik zeichnet sich durch eine exzellente Abbildungsqualität aus sowie die mechanische Konstruktion durch eine sehr hohe Stabilität. Der Hartpapier-Tubus ist sehr steif, aber dennoch leicht und gleichzeitig deutlich weniger wärmeanfällig als z.B. Aluminium, Carbon-Streben sorgen für eine perfekte Positionierung des Fangspiegels. Ohne Leiter lassen sich an dem Gerät sehr komfortabel u.a. Planeten, Sternhaufen oder auch hellere Galaxien beobachten. Das Teleskop besitzt keine Nachführung und keine automatische Objekteinstellung – beides muss also von Hand erfolgen. Trotz des beachtlichen Gewichts ist das Teleskop dennoch in zwei Komponenten transportierbar und wird zur Himmelsbeobachtung auf der Beobachtungsterrasse aufgebaut.

Wichtige Zahlen und Daten:

Teleskoptyp:                 Reflektor
Öffnung:                         250 mm
Brennweite:                   1551
Öffnungsverhältnis:      1:6,2
Montierung:                    Dobson – Rockerbox
Baujahr:                          2011
Hersteller:                      Astroclub Radebeul e.V. (Hauptspiegel: Zambuto)
Beobachtungsobjekte: Sonne, Mond, Planeten, Kometen, Sternhaufen, hellere Galaxien und Gasnebel

8-Zoll Dobson-Spiegelteleskop des Astroclub Radebeul e.V.

8ZollDobson

Das 8-Zoll Spiegelteleskop ist ebenfalls von der Bauart „Dobson“ und zeichnet sich daher durch eine gute Stabilität bei hoher Mobilität aus. Mit seinen ca. 20 cm Spiegeldurchmesser ist er zwar nicht ganz so leistungsfähig wie die anderen Spiegelteleskop. Jedoch besitzt er eine Nachführung und kann automatisch verschiedenste Objekte anfahren. Dafür muss er zu Beginn der Beobachtung lediglich an Hand von zwei helleren Sternen justiert werden. Der Tubus ist teilweise einfahrbar, dadurch lässt sich das Teleskop in normalen PKW transportieren, ohne zerlegt werden zu müssen. Das Teleskop ist damit das größte Teleskop, welches vollständig von einer Person transportierbar ist. Zu unserer öffentlichen  Himmelsbeboachtung wird unser 8“-Dobson gern zur Beobachtung und Fotografie von Mond oder den helleren Planeten eingesetzt.

Wichtige Zahlen und Daten:

Teleskoptyp:                 Reflektor
Öffnung:                         200 mm
Brennweite:                   1200 mm
Öffnungsverhältnis:      1:6
Montierung:                    Dobson – FlexTube
Baujahr:                          2018
Hersteller:                      Skywatcher
Beobachtungsobjekte: Sonne, Mond, Planeten, Kometen, Sternhaufen

Zeiss Coudé Refraktor der Stadt Radebeul

Zeiss Coudé Refraktor auf der Beobachtungsterrasse der Sternwarte Radebeul

Dieses Teleskop wurde im Jahre 1969 an der Sternwarte in Betrieb genommen und ist das einzige der hier aufgeführten Instrumente, welches nicht dem Astroclub Radebeul e.V., sondern der Stadt Radebeul als Träger der Sternwarte gehört. Das Objektiv des ZEISS Coudé Refraktors besaß ursprünglich eine Brennweite von 2,25 Metern und eine Linsenöffnung von 15 Zentimetern. Im Jahr 2020 wurde nach über 50 Jahren Betrieb die Hauptoptik durch ein neues, vollkorrigiertes Objektiv mit 16 Zentimetern Öffnung und 2,40 Metern Brennweite ersetzt. Das Teleskop wurde speziell für Volkssternwarten konstruiert und ist gegenüber Erschütterungen und Berührungen im Bereich des Okularauszuges weitestgehend unempfindlich. Das wurde dadurch erreicht, dass das durch das Objektiv einfallende Licht zweimal durch größere Planspiegel rechtwinklig umgelenkt wird und schließlich durch die mit einem Okularauszug bestückte hohle Polachse austritt. Der Einblick befindet sich so stets an der selben Stelle und bewegt sich nicht mit dem Teleskop.

Das Fernrohr ist parallaktisch montiert, d. h. eine Achse (die Polachse) ist genau zum Himmelsnordpol orientiert. Das Teleskop braucht also nur in einer Achse dem scheinbaren Lauf der Gestirne nachgeführt werden. Dies erfolgt elektronisch über einen Schrittmotor, so dass die Erddrehung präzise ausgeglichen werden kann. Einmal auf ein Himmelsobjekt eingestellt, kann dieses über mehrere Stunden beobachtet werden.

Wichtige Zahlen und Daten:

Teleskoptyp:                     Refraktor
Öffnung:                            160mm
Brennweite:                      2400mm
Öffnungsverhältnis:          1:15
Montierung:                       Parallaktisch
Baujahr:                             1969
Hersteller:                         CARL ZEISS Jena
Beobachtungsobjekte:     Sonne, Mond & Planeten

Zeiss Coudé Refraktor auf der Beobachtungsterrasse der Sternwarte Radebeul mit Sternspuren durch Langzeitbelichtung des Fotos
Zeiss Coudé Refraktor auf der Beobachtungsterrasse der Sternwarte Radebeul
Blick auf den Zeiss Coudé Refraktor der Sternwarte Radebeul innerhalb der Kuppel bei Nacht
Unter Nutzung eines Heliostat wird das Bild der Sonne in Echtzeit projiziert
Blick auf den Zeiss Coudé Refraktor der Sternwarte Radebeul innerhalb der Kuppel am Tag

Smartteleskope / Digitalteleskope des Astroclub Radebeul e.V.

Smartteleskope, auch Digitalteleskope genannt, kombinieren ein optisches Teleskop mit einer empfindlichen Kamera und einer automatischen Bildverarbeitung. Anders als bei der klassischen visuellen Beobachtung schaut man nicht direkt durch ein Okular, sondern betrachtet das Bild in einem digitalen Okular oder auf einem Smartphone oder Tablet.

Der entscheidende Unterschied zur visuellen Beobachtung liegt in der Belichtungszeit. Unser Auge sammelt Licht nur für einen sehr kurzen Moment, die Lichtmenge bleibt begrenzt. Eine Kamera hingegen kann über viele Sekunden, Minuten oder Stunden Licht sammeln. In der Astrofotografie machen wir uns – neben der großen Lichtsammelleistung der großen Spiegelteleskope – dies zunutze und sammeln meist über Stunden das Licht des Himmelsobjekts. Am Computer werden die entstandenen Bilder zusammengesetzt und bearbeitet und ergeben dann all die schönen Bilder, die Sie auch in unserer Bildergalerie finden.

Moderne Smartteleskope überbrücken genau hier die Grenze zwischen der visuellen Beobachtung mit dem Auge und der üblichen, etwas zeitintensiveren Astrofotografie. Sie nehmen kontinuierlich Bilder im Bereich von einigen Sekunden auf, addieren diese Einzelaufnahmen und erzeugen mit einer automatischen Bildbearbeitung so ein immer heller werdenden Gesamtbild. Durch das Sammeln des Lichts über Minuten und die automatische Auswertung werden bei lichtschwachen Nebeln und Galaxien Details sichtbar, die wir mit bloßen Auge auch an den größten Teleskopen nicht sehen könnten. Insbesondere Farben kann unser Auge physiologisch bei schwachem Licht nicht oder nur schlecht wahrnehmen, wir sehen im Dunkeln meist nur in Graustufen. Moderne Kameras sind hier deutlich empfindlicher und ermöglichen uns farbige Bilder. Da sowohl die Smartteleskope deutlich kleiner und die verbauten Kameras im Vergleich zu unseren Großteleskopen nicht so leistungsfähig sind, kann die Qualität und Auflösung der Bilder verständlicherweise hier nicht mithalten. Aber die Smartteleskope sind extrem anfänger- und bedienerfreundlich und liefern nach wenigen Minuten bereits sehenswerte Resultate live noch während der Aufnahme.

Unistellar-Odyssey-Pro

Unistellar Odysee Pro

Das Odyssey Pro verbindet die klassische Beobachtung durch ein Okular mit den Vorteilen eines Smartteleskops. Seine vergleichsweise große Öffnung und das elektronische Okular machen es zu einem der leistungsfähigsten, aber auch teuersten Geräte seiner Klasse.

Bei der Anschaffung wurde der Astroclub anteilig durch die Stadt Radebeul unterstützt.

Wichtige Zahlen und Daten:

Typ:                             Digital-/Smartteleskop mit elektronischem Okular
Optik:                         85-mm-Spiegelteleskop
Brennweite:              320 mm
Öffnungsverhältnis: f/3,9
Sensor:                      Sony IMX415 CMOS (8,4 MP, 3840 × 2160)
Montierung:               Motorisierte GoTo-Azimutalmontierung
Gewicht:                    ca. 4 kg (ohne Stativ)
Speicher:                   64 GB
Steuerung:                Smartphone-/Tablet-App + elektronisches Okular
Objektdatenbank:    über 5.000 Objekte / ca. 37 Mio. Sterne

seestar-s30-pro-smart-teleskop

Seestar S30 Pro

Das Seestar S30 Pro setzt auf maximale Mobilität und einfache Bedienung. Es eignet sich besonders für Einsteiger und Reisen, bietet trotz seiner geringen Größe aber bereits beeindruckende Aufnahmen von Nebeln, Galaxien und Sternhaufen.

Wichtige Zahlen und Daten:

Typ:                            Kompaktes Smartteleskop mit integrierter Kamera
Optik:                         30-mm-APO-Refraktor
Brennweite:              160 mm
Öffnungsverhältnis: f/5,3
Sensor:                      Sony IMX 585 (12 MP, 3840 x 2160)
Montierung:               Motorisierte GoTo-Azimutalmontierung
Gewicht:                    ca. 1,7 kg
Akku:                          integrierter Akku (mehrere Stunden Laufzeit)
Speicher:                   64 GB eMMC
Steuerung:                Smartphone-App, vollautomatische Ausrichtung

Hier sehen Sie eine kleine Auswahl von Bildern, die mit den Teleskopen bereits angefertigt wurden. Die aktuellsten Bilder voden beiden Smartteleskopen finden Sie HIER in der Fotogalerie des Astroclub Radebeul e.V.

FeuerradgalaxieM83_SeestarS30Pro
M27__Hantelnebel-Odyssey_Pro
Orionnebel_Odyssey_Pro
WhirlpoolgalaxieM51_SeestarS30Pro
Mond-Odyssey_Pro

Mobile Beobachtungstechnik des Astroclub Radebeul e.V.

 Großfernglas

Das große Fernglas des Astroclub Radebeul e.V. ist das größte Instrument, welches eine Beobachtung mit beiden Augen ermöglicht. Da der Mensch gewohnt ist, mit beiden Augen zu sehen, ist dadurch der Eindruck besonders plastisch. Dank des 45°-Einblicks ist das Instrument prädestiniert für den Blick in den Himmel. Durch austauschbare Okulare lassen sich verschiedene Vergrößerungen ermöglichen. Im Allgemeinen beobachten wir mit 20-30 facher Vergrößerung. Natürlich ist das Binokular auch mobil außerhalb der Sternwarte einsetzbar.

Wichtige Zahlen und Daten:

Teleskoptyp:                  Fernglas / Refraktor
Öffnung:                         100 mm
Brennweite:                   550 mm
Öffnungsverhältnis:      1:5,5
Montierung:                    Azimutal
Baujahr:                          2022
Hersteller:                      APM
Beobachtungsobjekte: Mond, Planeten, hellere Sternhaufen, Landschaft

Großfernglas auf der Beobachtungsterrasse

Bei der Anschaffung wurde der Astroclub anteilig durch die Stadt Radebeul unterstützt.

Mobiler Refraktoren 

Seit vielen Jahren nutzt der Astroclub vor allem bei Außerhaus-Veranstaltungen und Festen verschiedene kompakte, aber leistungsfähige Linsenfernrohre. Mit diesen Teleskopen können wir Mond wie Planeten, aber auch bereits Doppelsterne oder Sternhaufen recht gut beobachten. Besonders hervorzuheben sind dabei:

– Williams FLT98 mit 98 mm Öffnung und 618 mm Brennweite. Es handelt sich um einen dreilinsigen, vollkorrigierten Refraktor, einen so genannten Apochromat. Er zeichnet sich durch eine sehr gute Farbreinheit und Fertigungsgüte aus. Dadurch ist er auch gut zum Fotografieren geeignet.

 – Omegon ProApo 110 ED Carbon mit 110 mm Öffnung sowie 660 mm Brennweite. Zwar ist dies nur ein zweilinsiger Refraktor, liefert aber bei moderaten Vergrößerungen immer noch ein nahezu farbreines Bild. Er ist dank des Carbon-Tubus angenehm leicht und sammelt dank der größeren Öffnung im Vergleich 1/4 mehr Licht.

Mobile Montierungen

Für einen stabilen und sicheren Stand besitzen wir mehrere moderne und präzise Montierungen. Hier gibt es sowohl mehrere rein mechanische, einfache Montierungen ohne Nachführung. Aktuell kommen aber bei Außeneinsätzen insbesondere folgende Geräte zum Einsatz, welche bei Bedarf sogar noch größere Spiegelteleskope tragen könnten :

– Unsere Montierung Avalon Linear ist seit 2022 in Einsatz und trägt bis zu 20 Kilogramm und lässt sich mit einem Tablett oder Handy per Bluetooth kabellos steuern.

– Seit 2026 besitzt der Astroclub eine so genannte „Harmonic Drive“-Montierung. Die hier verwendete, spezielle Getriebeform stammt ursprünglich aus speziellen Industrieanwendungen und unterscheidet sich grundlegend von üblichen Zahnrad- oder Schneckenradgetrieben. Mit sehr hoher Präzision können große Drehmomente übertragen und große Lasten getragen werden. So wiegt unsere Montierung ZWO AM5N nur 5,5 kg – kann aber bis zu 20 kg schwere Teleskope tragen. Dabei benötigt man bis 15 kg nicht mal mehr das sonst unumgängliche Gegengewicht. Dies macht die Montierung zu einem extrem kompakten Reisebegleiter, welche sich ebenfalls auch per Handy oder Tablett steuern lässt.   

Großfernglas auf der Beobachtungsterrasse
Zeiss Coudé Refraktor auf der Beobachtungsterrasse der Sternwarte Radebeul mit Sternspuren durch Langzeitbelichtung des Fotos
6-Zoll-Hypergraph-des-Astroclub-Radebeul

Fotografischer 6-Zoll-Hypergraph

Bei dem so genannten Hypergraphen handelt es sich um ein etwas unscheinbares, jedoch sehr leistungsfähiges Gerät für die Astrofotografie, ein so genannter hyperbolischer Astrograph. Zwar hat er mit ca. 150 mm Spiegeldurchmesser nur eine verhältnismäßig kleine Öffnung. Jedoch besitzt er eine sehr kurze Brennweite, wodurch ein sehr großer Himmelsausschnitt aufgenommen werden kann – die Vergrößerung ist also sehr gering und er erweist sich dadurch als äußerst lichtstark. Dadurch ist es möglich mit entsprechender Belichtungszeit sehr große Nebel und Galaxien mit geringer Flächenhelligkeit aufzuzeichnen. Dafür wird das Teleskop entweder auf eine mobile Montierung installiert oder sitzt „Huckepack“ auf einen der großen, stationären Spiegelteleskope. Die Ausrichtung und Justage muss dabei äußerst genau erfolgen, da die kurzbrennweitige Optik kaum Abweichungen toleriert. Deshalb besteht er auch aus einem leichten und sehr verwindungssteifen Carbon-Tubus und ist auf Grund der Empfindlichkeit nicht anfängergeeignet. Der Hypergraph wird ausschließlich fotografisch verwendet.

Wichtige Zahlen und Daten:

Teleskoptyp:                    Reflektor
Öffnung:                           150 mm
Brennweite:                     420 mm
Öffnungsverhältnis:        1:2,8
Baujahr:                            2021
Hersteller:                        Sharpstar
Beobachtungsobjekte:    Nebel und Galaxien

Zeiss Coudé Refraktor auf der Beobachtungsterrasse der Sternwarte Radebeul mit Sternspuren durch Langzeitbelichtung des Fotos

Die Andromeda-Galaxie (M31), aufgenommen mit dem Hypergraphen des Astroclub Radebeul e.V.

Zeiss Coudé Refraktor auf der Beobachtungsterrasse der Sternwarte Radebeul

Der Iris-Nebel (NGC 7023), aufgenommen  am Hypergraphen des Astroclub Radebeul e.V.

Sonnenteleskope des Astroclub Radebeul e.V.

Seit vielen Jahren steht auf der Sternwarte Radebeul auch die Sonne, als unser nächster Stern, unter ständiger Beobachtung. Um eine sichere Erkundung unseres Zentralgestirns zu ermöglichen, stehen eine Reihe von speziellen Filtern und Teleskopen zur Verfügung. Damit kann unsere Sonne in verschiedenen Wellenlängen untersucht werden.

Sonnenflecken, das sind kühlere Regionen der Oberfläche, können am Einfachsten im intergralen weißen Licht der Sonne angeschaut werden. Hier kommen insbesondere speziell bedampfte Filterfolien zum Einsatz, welche man z.B. von den Finsternisbrillen kennt. Hier wird das gesamte Sonnenlicht sehr stark gedämpft und man kann die Sonne in ihrem natürlichen Aussehen gefahrlos beobachten. Dafür haben wir für die meisten stationären und mobilen Teleskope speziell angepasste Filter.

Sogenannte Sonnenprotuberanzen sind am Besten im Licht der roten Wasserstofflinie zu erkennen, welches sehr tief im roten Spektralbereich liegt. Nur in dieser einen Wellenlänge strahlen diese Ausbrüche von der Sonnenoberfläche. Um alle anderen Farben vollständig zu blockieren und nur exakt diese Wellenlänge auf den Nanometer genau passieren zu lassen, ist ein komplexes Filtersystem notwendig. Hier ist insbesondere unser LUNT-Teleskop mit 80 mm Öffnung hervorzuheben, an dem unsere Besucher einen faszinierenden Blick zu unserer Sonne werfen können. Das Teleskop ist sowohl bei Himmelsbeobachtungen in der Sternwarte, als auch auf Außerhaus-Veranstaltungen und Festen sehr beliebt.

Die so genannte Supergranualtion ist wiederum nur im blauen Licht der Kalzium-Linie zu sehen. Hierfür gibt es einen speziellen Filterblock, der an verschiedene Linsenteleskope montierbar ist.

Fernglas auf der Beobachtungsterrasse der Sternwarte Radebeul

Seit 2023 steht dem Astroclub Radebeul e.V. ein neues Spezialteleskop zur Sonnenbeobachtung zur Verfügung. Das „Lunt-80“ ist ein Linsenfernrohr mit integriertem Sonnenfilter. Dieser filtert auf wenige Angström genau die hellste Spektrallinie des Wasserstoffs („H Alpha“) aus dem Sonnenspektrum. Um dies zu bewerkstelligen, ist ein komplexes Filtersystem notwendig, welches nicht mit einem „normalen“ Sonnenfilter zu vergleichen ist. Nur so werden Strukturen in der Chromosphäre der Sonne sichtbar, welche ansonsten von allen anderen Wellenlängen des Sonnenlichts überstrahlt werden. Insbesondere werden so die so genannten Protuberanzen, rießige Plasmafontänen sichtbar, welche oftmals mehrfache Erdgröße haben. Das neue Sonnenteleskop erlaubt uns und unseren Besuchern  gefahrlos unseren Heimatstern in einer bisher nicht erreichten Detailfülle und Kontrast zu beobachten.

Da die Sonne ein sehr helles und großes Objekt ist, kann ein Sonnenteleskop sehr kompakt sein. Dadurch ist es auch außerhalb der Sternwarte sehr einfach einsetzbar.

Die Anschaffung des neuen Sonnenteleskops wurde durch eine Förderung im Rahmen des Projekts „NEUSTART KULTUR“ der Bundesregierung realisiert. Wir danken aufrichtig der BUNDESBEAUTRAGTEN FÜR KULTUR UND MEDIEN als Fördermittelstelle sowie dem DVA (Deutscher Verband für Archeologie) e.V. als Koordinator und Ansprechpartner für die Fördermittelempfänger im Projekt „NEUSTART KULTUR“.

Wichtige Zahlen und Daten:

Teleskoptyp:                 Refraktor
Öffnung:                         80 mm
Brennweite:                  560 mm
Öffnungsverhältnis:     1:7
Montierung:                   Azimutal
Baujahr:                         2023
Hersteller:                     APM
Gewicht:                        4,95 kg

Aufnahme Sonnenteleskop Wasserstoff
Aufnahme Sonnenteleskop Kalzium
Aufnahme Sonnenteleskop H Alpha
Aufnahme Sonnenteleskop Wasserstoff
Aufnahme Sonnenteleskop Wasserstoff
Aufnahme Sonnenteleskop Sonnenfleck

Das astronomisches Nachtsichtgerät OVNI-M des Astroclub Radebeul e.V.

 

Spektrohelioskop der Sternwarte Radebeul

Die menschlichen Augen sind erstaunliche Sinnesorgane, die es uns ermöglichen, die Welt um uns herum wahrzunehmen. Obwohl das menschliche Auge bemerkenswerte Anpassungsfähigkeiten besitzt, gibt es dennoch Grenzen beim Sehen in der Nacht.

Eines der Hauptkriterien ist die Menge an verfügbarem Licht. Steht dieses kaum zur Verfügung, verringern sich die Bildqualität und die Farbwahrnehmung. Zudem sind die Sehzellen, die bei Dunkelheit verwendet werden (Stäbchen) weniger präzise als die beim Tagsehen verwendeten (Zapfen) und können keine scharfen Details erfassen. Eine weitere Einschränkung besteht darin, dass das Sehen in der Nacht mehr Zeit und Geduld erfordert.

Wenn wir uns von einem gut beleuchteten Bereich in die Dunkelheit begeben, braucht unsere Netzhaut einige Zeit, um sich anzupassen. Darüber hinaus können individuelle Unterschiede in der Sehfähigkeit bei Nacht auftreten. Manche Menschen haben von Natur aus eine bessere Nachtsicht als andere. Bei der Beobachtung mit Teleskopen am Sternenhimmel sind all die genannten Probleme besonders relevant.

Um die genannten Grenzen des menschlichen Auges zu erweitern, steht dem Astroclub Radebeul e.V. seit kurzer Zeit moderne Nachtsichttechnik zur Verfügung, die speziell für die Bedürfnisse der astronomischen Beobachtung optimiert ist. Ein sogenanntes Nachsichtgerät (OVNI-M) der dritten Generation (NSG) wird dabei über einen Adapter direkt mit dem Teleskop verbunden und erhöht die Helligkeit von Beobachtungsobjekten um ein Vielfaches.

Technisch gesehen werden die vom Beobachtungsobjekt ankommenden Photonen im NSG in Elektronen umgewandelt. Diese werden anschließend beschleunigt, wobei sich ihre Energie erhöht und ihre Anzahl vervielfacht wird. Am Ende werden die energiereichen Elektronen an einem Phosphorschirm wieder in Photonen umgewandelt, wobei aber nun deutlich mehr Photonen erzeugt werden können (Faktor 10000!).

Das Beobachtungsobjekt erscheint dadurch heller und schärfer im Vergleich zur Beobachtung ohne NSG. Ein weiterer Vorteil der neuen Technik liegt in der hohen Empfindlichkeit im nahen Infrarot. Viele Gasnebel der Milchstraße leuchten dort besonders hell und können besser gesehen werden.

Durch die Möglichkeit des NSG dieses Licht in für das Auge sichtbares Licht umzuwandeln, erschließt sich für Beobachter ein völlig neuer Himmel. So können selbst über dem lichtverschmutzten Dresden noch schwache Wasserstoffgasnebel erkannt werden die bislang hier quasi unsichtbar waren. Darüber hinaus können unsere Besucher die Objekte nun sogar mit einem einfachen Smartphone aufnehmen und somit auch eine digitale Erinnerung an ihren Beobachtungsabend mit nach Hause nehmen.

Die einzige Grenze, die sich mit der neuen Technik noch nicht überwinden lässt, ist die Farbwahrnehmung, da auch ein modernes Nachtsichtgerät alle Beobachtungsobjekte nur in Graustufen anzeigen kann.

Ausgewählte Bilder, welche durch unser Nachtsichtgerät zumeist mit nur kurzer Belichtungszeit erstellt wurden. Viele weitere Bilder finden Sie HIER in unserer Bildergalerie.

Das Spektrohelioskop des Astroclub Radebeul e.V.

Spektrohelioskop der Sternwarte Radebeul

Das Spektrohelioskop ist ein hochauflösendes Gitterspektroskop, das die Beobachtung des Sonnenspektrums gestattet und mit einer optisch mechanischen oder elektronischen Aufrüstung die Möglichkeit bietet, das Bild der Sonne im Licht einer frei wählbaren Wellenlänge zu beobachten.
Die Komponenten Teleskop (3400 mm Brennweite) und Spektroskop (3800 mm Brennweite) können der scheinbaren Bewegung der Sonne nicht ohne größeren Aufwand nachgeführt werden. Deshalb spiegelt ein Coelostat das Sonnenlicht unabhängig vom Sonnenstand horizontal in Nord-Süd-Richtung. Ein Fernrohrobjektiv bildet die Sonne als ca. 3 cm große Scheibe auf den Eintrittsspalt des Spektroskops ab. Ein schmaler streifenförmiger Ausschnitt des Sonnenbildes, dessen Licht untersucht werden soll, gelangt in den Kanal.

Mittels eines Reflexionsgitters wird das Licht in seine spektralen Bestandteile (Regenbogenkontinuum mit tausenden von Absorptionslinien) zerlegt und kann mit Hilfe eines kleinen Einstellfernrohres betrachtet werden. Lage, Intensität und Form der dunklen Absorptionslinie geben Auskunft über chemisch-physikalische Zustände der beobachteten Regionen der Sonne.

In der Ausbaustufe als Spektrohelioskop wird das Sonnenbild vor Eintritt in den Spektroskopteil gescannt und nach Verlassen desselben wieder zusammengesetzt. Man sieht das Sonnenbild im Licht eines sehr schmalbandigen Spektralbereiches. Es werden, sofern man z.B. die sogenannte H-Alpha-Linie wählt, Erscheinungen sichtbar, die im Licht dieser Wellenlänge selbst leuchten und sonst durch das alle Wellenlängenbereiche umfassende Weißlicht überstrahlt werden würden, z.B. Wasserstoffgasausbrüche am Sonnenrand (Protuberanzen) oder vor der Sonnenscheibe (Filamente).

Das Spektrohelioskop wurde gegen Ende des 19. Jhd. von HALE und DESLANDRES unabhängig voneinander entwickelt und erlaubte erstmals die Beobachtung der als Chromosphäre bezeichneten lichtschwachen Atmosphäre der Sonne auch außerhalb von Sonnenfinsternissen.
Dem interessierten Besucher, insbesondere Teilnehmern von Grundkursen an den Gymnasien bietet sich eine effektvolle Nutzung des Gerätes als hochauflösendes Spektrohelioskop zur Beobachtung des Sonnenspektrums mit tausenden von Absorptionslinien an.

Radioteleskop des Astroclub Radebeul e.V.

Radioteleskop der Sternwarte Radebeul
Arbeitsplatz mit Computer für das Radioteleskop der Sternwarte Radebeul
Radioteleskop der Sternwarte Radebeul bei Nacht mit Sternspuren am Himmel durch Langzeitbelichtung
Auswertungsdiagramm für die Daten des Radioteleskop der Sternwarte Radebeul
Radioteleskop der Sternwarte Radebeul - Ansicht von oben

Seit April 2004 betreibt der Astroclub Radebeul e.V. ein Radioteleskop. Es besteht aus einem industriell hergestellten Reflektor, der auf einer selbst gefertigten Montierung aufgebaut ist und mit eigens dafür entwickelter Steuerung und Signalverarbeitung betrieben wird. Es kann direkt von der Sternwarte, über das Internet, sowie vorprogrammiert autonom betrieben werden. Das Radioteleskop kann die schwache Strahlung der Milchstrasse, extragalaktischer Radioquellen und der Sonne nachweisen.

Wichtige Zahlen und Daten:

Teleskoptyp:                Reflektor im Primärfokus
Spiegeldurchmesser: 3 Meter
Wellenlänge:               Typ. 21cm und 2,7cm
Winkelauflösung:       5° bei 21cm Wellenlänge
Montierung:                Azimutal
Beobachtungen:        Kontinuum und Linien- strahlung des Wasserstoffs
Anfahrgenauigkeit:   0,1 Grad